Klimakonferenz Kopenhagen: Gespräch mit Rebecca Harms, Abgeordnete im Europäischen Parlament - 1. Teil

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Klimakonferenz Kopenhagen: Gespräch mit Rebecca Harms, Mitglied im Europäischen Parlament - 2. Teil

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Hermann Ott: "EU muss Reduktionsziel erhöhen und Entwicklungsländer unterstützen"

"Der EU-Gipfel muss sich auf konkrete Emissionsreduktionen von 30 Prozent bis 2020 festlegen und ebenso konkrete finanzielle Zusagen an die Entwicklungsländer machen. Die Reduktionsziele dürfen nicht davon abhängen, ob andere Länder diesem Beispiel folgen. Klimaschutz eignet sich nicht zum Pokern.


Die EU muss sich ebenfalls eindeutig zu substanziellen finanziellen Zusagen an die Entwicklungsländer verpflichten. Diese sollten bis zum Jahr 2020 auf mindestens 35 Milliarden Euro pro Jahr steigen. Nur so wird es den betroffenen Ländern möglich sein, eine emissionsarme Wirtschaft aufzubauen und die Folgen des bereits jetzt spürbaren Klimawandels zu bewältigen. Und nur so kann global das 2-Grad-Ziel noch erreicht werden.

Noch ist ein verbindliches Abkommen in Kopenhagen nicht unmöglich. Aber schon die ersten Tage in Kopenhagen haben gezeigt: Ohne konkrete Angebote an die Länder die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, ist es unmöglich zu einem angemessenen Abschluss zu kommen. In Kopenhagen ist noch nichts verloren: Der EU-Gipfel muss jetzt ein eindeutiges Signal setzen durch ein faires und konkretes Angebot an die Entwicklungsländer."


Hermann Ott: "Ausschluss vieler Vertreter der Zivilgesellschaft ein Skandal"

"Zehntausende Vertreter der Zivilgesellschaft, von Gewerkschaften, Indianerorganisationen, Industrie- und Umweltverbänden sind von den Klimaverhandlungen in Kopenhagen ausgeschlossen worden.


Diese Maßnahmen nähren den Verdacht, dass hier in Kopenhagen ungestört ein Deal unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt werden soll. Die Diplomaten, Minister und Regierungschefs sollen vor einer allzu großen Kritik der Zivilgesellschaft bewahrt werden. Auf diese Weise soll erreicht werden, dass ein schlechtes Ergebnis am Freitag dennoch hochgejubelt werden kann.


Jetzt muss sich die Bundesregierung sehr deutlich gegenüber der dänischen Regierung und den Vereinten Nationen zu Wort melden. Dies gilt vor allem für Bundeskanzlerin Merkel - sie muss mit allem Nachdruck darauf drängen, dass die ausgeschlossenen Organisationen wieder zugelassen werden, und dass eine größere Präsenz von Nichtregierungsorganisationen sichergestellt wird. Ansonsten gilt: Was in der Form schlecht erarbeitet wird kann auch inhaltlich nicht gut werden.


Viele kleinere Organisationen konnten sich eine solche Reise kaum leisten und müssen jetzt erleben, dass sie draußen vor dem Konferenzzentrum stundenlang in der Kälte stehen, um dann doch abgewiesen zu werden. Auch viele Vertreter grüner Parteien aus der ganzen Welt werden am Einlass gehindert.


Heute sind sogar zwei Organisationen komplett am Betreten der Konferenzhallen gehindert worden, nur weil sie vorher für ein gutes Klimaabkommen demonstriert hatten. Das ist inakzeptabel und eine Schande."